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Sanierung des Riesenrads im Spreepark startet

08.01.2021 / Pressemitteilung

Ab voraussichtlich 2024 wird sich das Riesenrad im Spreepark wieder drehen.

Die Gondeln des Riesenrads werden ausgehängt.

@ Frank Sperling

  • Abbau des historischen Wahrzeichens beginnt am 8. Januar
  • Riesenrad wird sich voraussichtlich ab 2024 wieder drehen
  • Digitaler Baustellenblick für Interessierte

Berlin, 08.01.2021 - Mit dem Abbau des 45 Meter hohen und 220 Tonnen schweren Riesenrads beginnt die Sanierung des geschichtsträchtigen Wahrzeichens im Spreepark. Auf vielfachen Wunsch der Bürger*innen wurde das historische Erbe des Parks im neuen Konzept aufgegriffen: So wird sich im Rahmen der geplanten Eröffnung des Kernbereichs ab 2024 auch das Riesenrad wieder drehen. Bis dahin sind umfangreiche Test- und Prüfverfahren sowie Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Die am Freitag, 08. Juni 2021, startende Demontage der 40 Gondeln, 40 Speichen, 8 Masten und des Riesenrad-Kranzes markiert ebenfalls den Sanierungsstart des 31 Jahre alten Park-Highlights. Zunächst erfolgt eine orientierende Materialprüfung von Bauteilen um festzustellen, welche Teile des Riesenrads sanierungsfähig sind. Der Abbau soll noch vor Beginn der Vogelbrutzeit am 1. März 2021 abgeschlossen sein.

Prüfverfahren zur Sanierungsfähigkeit

Mittels Farbeindringverfahren und Magnetpulverprüfung werden die zu untersuchenden Teile auf verborgene Fehlstellen, die sich bis nah an die Oberfläche erstrecken, geprüft. In beiden Verfahren wird nach Säuberung des Prüflings ein Prüfmittel auf die Oberfläche des Bauteils oder der zu prüfenden Teilbereiche aufgetragen und das Ergebnis visuell ausgewertet. Um tief verborgene Schäden, Materialfehler oder Verunreinigungen zu erkennen, erfolgt der Einsatz von Ultraschall. Der eingebrachte Ultraschallimpuls kann zusätzlich Wanddicken ermitteln, die zum Nachweis von Materialermüdung durch Erosion oder Korrosion dienen. Beim bildgebenden Verfahren der Durchstrahlungsprüfung werden große Gussstücke, wie z. B. von den Masten, und mehrlagige Schweißnähte anhand von Röntgentechnik gescannt. Die Röntgenstrahlen ermöglichen nicht nur einen Blick ins Innere des Bauteils, sondern bestimmen auch die Dicke des Materials und decken versteckte Unregelmäßigkeiten im Material auf, dabei wird auch die Belastbarkeit der Bauteile geprüft.

Von der Prüfung zur Wiederinbetriebnahme

Parallel zu den in diesem Jahr anstehenden orientierenden Materialprüfungen wird ein interdisziplinäres Team aus Ingenieur*innen und Künstler*innen eine Gestaltungsidee für das zukünftige Riesenrad und dessen historischen Standorts erarbeiten. Ziel ist es im Sinne der Gesamtkonzeption des Spreeparks als Park für Kunst, Kultur und Natur, das Riesenrad künstlerisch neu zu interpretieren und zusätzlich attraktiv zu gestalten (z.B. Lichtkunst). Erste Gestaltungsentwürfe werden in diesem Jahr vorgestellt.

Voraussichtlich im Oktober des laufenden Jahres wird eine EU-weite öffentliche Ausschreibung durchgeführt, um ein Fachunternehmen für die Sanierung des Bauwerks zu binden. Vor weiteren Korrosionsschäden gesichert, verbleiben die Teile des demontierten Riesenrads bis zum planmäßigen Start der Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des Spreeparks, wo sich alle potenziell wiederverwendbaren Bestandteile voraussichtlich ab Mai 2022 einer detaillierten Materialprüfung unterziehen. Anschließend beginnen ab 2023 die Sanierungsarbeiten im Werk, parallel dazu starten die baulichen Maßnahmen im Umfeld des Riesenrades.

Das Riesenrad wird wieder zum Zentrum des Spreeparks

Die Eröffnung des Spreeparks der Zukunft ist schrittweise ab 2022 geplant, wenn mit dem Eierhäuschen auch der neue Gastronomie- und Kunststandort eröffnet. Voraussichtlich 2024 wird der zentrale Bereich rund um das Riesenrad fertiggestellt, in dem dann planmäßig auch wieder das sanierte Riesenrad seinen angestammten Platz einnehmen wird. In außergewöhnlicher Insellage und in unmittelbarer Nachbarschaft der Veranstaltungsorte Englisches Dorf und Freilichtbühne, bilden dann das Riesenrad und das schon zu Zeiten des Vergnügungsparks künstlich angelegte Wasserbecken einen Kernbereich und Hauptanziehungspunkt im zukünftigen Spreepark.

Die Kosten für die Sanierung des Riesenrads belaufen sich voraussichtlich auf bis zu 4 Millionen Euro.

Die Abbauarbeiten live mitverfolgen können Interessierte ab Freitag, 12 Uhr, via Webcam auf der Spreepark-Website.

Die Geschichte des Wahrzeichens

Das 45 Meter hohe Riesenrad wurde 1989 anlässlich des 40. Jahrestags der DDR als „größtes Riesenrad Europas“ in Betrieb genommen. Es ersetze das zum 20. Jahrestag der DDR 1969 errichtete 40 Meter hohe Riesenrad. 

2014 fanden bereits erste, durch den Liegenschaftsfonds Berlin GmbH & Co.KG beauftragte Zustandsuntersuchungen in Bezug auf Standsicherheit und Wiederinbetriebnahme statt. Nach der Übertragung des Geländes an die Grün Berlin erfolgte 2017 dann eine umfassende Bestandsbegutachtung im Auftrag der Grün Berlin GmbH.

Bildmaterialien zum Abbau des Riesenrads finden Sie außerdem im Downloadbereich auf gruen-berlin.de. Weitere Informationen zum Park gibt es auf dessen Website. Bei Fragen und für weitere Informationen können Sie sich gern an uns wenden.